Sep 25, 2026
Solarmodule in Reihenschaltung: Funktionsweise, Vorteile und wichtige Hinweise

Solarmodule in Reihenschaltung: So funktioniert’s

Bei einer Photovoltaikanlage werden mehrere Solarmodule elektrisch miteinander verbunden. Eine häufige Möglichkeit ist die Reihenschaltung: Dabei wird der Pluspol eines Moduls mit dem Minuspol des nächsten verbunden. Die übrigen freien Anschlüsse bilden die Enden des sogenannten Modulstrings, der zum Wechselrichter führt.

Was passiert bei einer Reihenschaltung?

In einer Reihenschaltung addieren sich die Spannungen der einzelnen Module. Die Stromstärke des Strings bleibt grundsätzlich auf dem Niveau eines einzelnen Moduls. Vereinfacht gilt:

  • Gesamtspannung: Die Modulspannungen werden addiert.
  • Stromstärke: Sie ist im String grundsätzlich gleich wie bei einem einzelnen Modul.

Ein Beispiel: Liefert ein Modul unter bestimmten Bedingungen eine Spannung von 40 Volt, ergeben zehn gleichartige Module in Reihe rechnerisch etwa 400 Volt. Die tatsächlichen Werte hängen unter anderem von Modultyp, Temperatur und Sonneneinstrahlung ab. Maßgeblich sind die technischen Datenblätter und die Auslegung durch eine Fachkraft.

Vorteile der Reihenschaltung

Durch die höhere Spannung kann eine PV-Anlage den erzeugten Gleichstrom effizient zum Wechselrichter übertragen. Bei gleicher Leistung fliesst dadurch weniger Strom als bei einer Anlage mit niedrigerer Spannung. Das kann die Leitungsverluste reduzieren und ermöglicht in vielen Fällen eine wirtschaftliche Verkabelung.

Reihenschaltungen sind deshalb bei vielen Dachanlagen die übliche Grundlage für die Bildung von Modulstrings. Ein Wechselrichter kann einen oder mehrere Strings aufnehmen und den Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom umwandeln.

Worauf muss man bei Verschattung achten?

Eine Besonderheit der Reihenschaltung: Die Module eines Strings sind elektrisch voneinander abhängig. Wird ein Modul teilweise verschattet oder liefert es aus einem anderen Grund weniger Strom, kann das die Leistung des gesamten Strings beeinträchtigen. Wie stark sich das auswirkt, hängt unter anderem von der Verschattung, der Modultechnik, den Bypassdioden und der Wechselrichterauslegung ab.

Bypassdioden können den Strom an beeinträchtigten Zellbereichen vorbeiführen und so bestimmte Leistungsverluste begrenzen. Sie verhindern jedoch nicht in jeder Situation, dass Verschattung die Energieausbeute reduziert. Bei Dächern mit unterschiedlichen Ausrichtungen oder wiederkehrenden Schatten können etwa mehrere getrennte Strings, Leistungsoptimierer oder Mikrowechselrichter infrage kommen. Welche Lösung passt, sollte anhand der konkreten Dach- und Anlagenbedingungen beurteilt werden.

Reihenschaltung und Wechselrichter

Die Anzahl der Module pro String muss zum Wechselrichter passen. Dabei sind insbesondere die maximale Eingangsspannung, der zulässige Spannungsbereich des MPP-Trackers und der maximale Eingangsstrom zu berücksichtigen. Die Stringspannung verändert sich mit der Temperatur: Bei niedrigen Temperaturen kann sie deutlich ansteigen. Deshalb muss die Auslegung auch für die zu erwartenden Betriebsbedingungen passen.

Module in einem String sollten ausserdem hinsichtlich ihrer elektrischen Eigenschaften und Betriebsbedingungen zusammenpassen. Werden Module mit unterschiedlichen Ausrichtungen, Neigungen oder Verschattungssituationen gemeinsam verschaltet, kann das die Erträge beeinträchtigen.

Reihenschaltung oder Parallelschaltung?

Bei einer Parallelschaltung werden Pluspole miteinander und Minuspole miteinander verbunden. Dabei addieren sich grundsätzlich die Ströme, während die Spannung auf dem Niveau der einzelnen Module bleibt. In der Praxis werden bei PV-Anlagen häufig mehrere Module zunächst in Reihe zu Strings verbunden; mehrere Strings können je nach Anlagenkonzept parallel an den Wechselrichter angeschlossen werden.

Welche Verschaltung geeignet ist, hängt von den Modulen, dem Wechselrichter, der Dachfläche und den örtlichen Bedingungen ab. Eine pauschal beste Lösung gibt es nicht.

Sicherheit bei der Installation

Photovoltaikmodule erzeugen bei Lichteinfall Gleichspannung. Auch wenn der Wechselrichter abgeschaltet ist, können Leitungen auf der Modulseite weiterhin unter Spannung stehen. Fehlerhafte Steckverbindungen oder eine unsachgemässe Verschaltung können zu Stromschlag-, Brand- oder Anlagenschäden führen.

Die Planung und Installation sollte daher von qualifizierten Fachleuten durchgeführt werden. Dabei sind die Herstellerangaben, die geltenden elektrotechnischen Vorschriften und die Anforderungen an Schutz, Leitungsführung und Steckverbindungen einzuhalten. Vor Arbeiten an einer bestehenden Anlage sollte eine Fachkraft beigezogen werden.

Fazit

Die Reihenschaltung verbindet Solarmodule zu einem String und erhöht dessen Spannung. Das ermöglicht eine effiziente Übertragung zum Wechselrichter, macht die sorgfältige Auslegung aber besonders wichtig. Verschattung, Temperatur und die technischen Grenzwerte des Wechselrichters müssen berücksichtigt werden. Eine fachgerecht geplante Verschaltung hilft dabei, Sicherheit und Ertrag der Photovoltaikanlage zu unterstützen.

 

5 Wichtige Tipps zur Reihenschaltung von Solarmodulen in Österreich

  1. In der Reihenschaltung addieren sich die Spannungen der Module.
  2. Der Strom wird durch das schwächste Modul begrenzt.
  3. Verwende möglichst gleiche Module mit ähnlicher Ausrichtung.
  4. Prüfe die maximale Eingangsspannung des Wechselrichters – auch bei Kälte.
  5. Lass Planung und DC-Anschluss von einer Fachkraft prüfen.

In der Reihenschaltung addieren sich die Spannungen der Module.

Bei der Reihenschaltung werden die Solarmodule hintereinander verbunden: Dabei addieren sich ihre Spannungen, während die Stromstärke im String grundsätzlich gleich bleibt wie bei einem einzelnen Modul. So kann eine höhere Gesamtspannung erreicht werden – wichtig ist jedoch, dass die Anzahl der Module zur zulässigen Eingangsspannung des Wechselrichters passt. Die Auslegung sollte eine Fachkraft übernehmen.

Der Strom wird durch das schwächste Modul begrenzt.

Bei einer Reihenschaltung fliesst durch alle Solarmodule derselbe Strom. Liefert ein Modul wegen Verschattung, Verschmutzung oder eines Defekts weniger Strom, kann es daher die Stromstärke und damit die Leistung des gesamten Strings begrenzen. Bypassdioden können die Auswirkungen unter bestimmten Bedingungen mindern, aber nicht immer vollständig verhindern. Deshalb sollten Verschattungssituationen bei der Planung berücksichtigt werden.

Verwende möglichst gleiche Module mit ähnlicher Ausrichtung.

Verwende für eine Reihenschaltung möglichst gleiche Solarmodule und achte darauf, dass sie ähnlich ausgerichtet sind. So arbeiten die Module unter vergleichbaren Bedingungen und der Strom im String wird weniger durch einzelne, abweichende Module begrenzt. Unterschiedliche Modultypen, Neigungen oder Ausrichtungen können die Leistung des gesamten Strings beeinträchtigen – lass die passende Verschaltung daher von einer Fachkraft planen.

Prüfe die maximale Eingangsspannung des Wechselrichters – auch bei Kälte.

Prüfe bei der Reihenschaltung unbedingt, ob die addierte Leerlaufspannung aller Module auch bei tiefen Temperaturen unter der maximalen Eingangsspannung des Wechselrichters bleibt. Denn bei Kälte steigt die Spannung der Module – wird der Grenzwert überschritten, kann der Wechselrichter beschädigt werden. Die Stringauslegung sollte daher anhand der Modul- und Wechselrichterdaten sowie der örtlich zu erwartenden Mindesttemperaturen erfolgen und von einer Fachkraft geprüft werden.

Lass Planung und DC-Anschluss von einer Fachkraft prüfen.

Lass die Planung und den DC-Anschluss deiner Solarmodule von einer qualifizierten Fachkraft prüfen. Bei einer Reihenschaltung können hohe Gleichspannungen entstehen – auch dann, wenn der Wechselrichter ausgeschaltet ist. Eine fachgerechte Kontrolle stellt sicher, dass Stringlänge, Polarität, Steckverbindungen und Wechselrichter zu den technischen Vorgaben passen und die Anlage sicher betrieben werden kann.

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